Chronik des Kreisverbandes Stuttgart
Rassegeflügel- und Rassekaninchenzucht in Stuttgart
1872-2026
Tradition bewahren - Geschichte dokumentieren - Zukunft gestalten
Zur Entstehung dieser Chronik
Die erste Fassung dieser Chronik wurde 2005 von Walter Hermann verfasst. Sie bildet die historische Grundlage der vorliegenden Dokumentation. Die Fortschreibung der Jahre 2005 bis 2026 stammt von Rainer Salzer. Beide Teile wurden für diese Fassung zu einer durchgängigen Chronik zusammengeführt und einheitlich gegliedert.
Diese Chronik soll mehr sein als eine Sammlung von Jahreszahlen. Sie erinnert an Vereine, Züchterinnen und Züchter, Verantwortliche, Jugendliche und Helfer, die die organisierte Kleintierzucht in Stuttgart über Generationen getragen haben.
Bildkonzept
Die derzeit verwendeten farbigen Illustrationen sind KI-generierte Symbolbilder. Historische Originalaufnahmen vom früheren Messegelände Stuttgart-Killesberg und von dortigen Kleintierschauen sollen nach Klärung der Nutzungsrechte später ergänzt werden. Bis dahin werden keine Archivaufnahmen ohne Freigabe eingebunden.
Meilensteine auf einen Blick
1872 Anfänge der organisierten Geflügelzucht in Stuttgart
1907 Gründung des Groß-Stuttgartgaus
1933 Gründung des Kreisverbandes der Rassekaninchenzüchter
1954 Der Killesberg entwickelt sich zum bedeutenden Ausstellungsstandort
1967/1968 Politische und rechtliche Grundlagen für Gemeinschaftszuchtanlagen
2005 Zusammenschluss der beiden Stuttgarter Kreisverbände
2009 Beginn der digitalen Präsenz des Kreisverbandes
2011 Gründung der Kaninhop-Gruppe des KV Stuttgart
2020/2021 Digitale Kommunikation wird in der Krise unverzichtbar
2026 Erfolge und nächste Stufe der digitalen Verbandsarbeit
Die Chronik 1872-2026
Die Anfänge
1872 | Der Ursprung der organisierten Geflügelzucht in Stuttgart
Einer der Ausgangspunkte für die organisierte Geflügelzucht in Württemberg lag im
Stadtbereich Stuttgart.
1872 wurde der Stuttgarter Verein gegründet, aus dem später der heutige Verein der
Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart hervorging.
Dieser Verein nahm eine besondere Stellung in der Entwicklung der organisierten
Rassegeflügelzucht ein.
Er war ein wichtiger Vorläufer des späteren Landesverbandes, der 1879 gegründet
wurde.
Damit reicht die Geschichte der organisierten Rassegeflügelzucht in Stuttgart weit
über die eigentliche Geschichte des heutigen Kreisverbandes hinaus.
1907 | Der Groß-Stuttgartgau
1907 wurde der Groß-Stuttgartgau gegründet.
Aus ihm entwickelte sich später der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter.
Der Groß-Stuttgartgau bestand zunächst aus drei Vereinen mit insgesamt 184
Mitgliedern.
Damit war ein organisatorischer Rahmen geschaffen, in dem sich die örtlichen
Vereine gemeinsam vertreten und entwickeln konnten.
Meilenstein:
Beginn der organisierten Kreisverbandsstruktur der Rassegeflügelzucht in
Stuttgart.
1930 | Stuttgart als Ausstellungsstandort
In der Gewerbehalle in Stuttgart wurde eine Landesgeflügelschau durchgeführt.
Zu dieser Zeit waren insbesondere der Verein Cannstatt sowie die Geflügel- und
Vogelfreunde Stuttgart maßgebende Vereine.
Die Bedeutung Stuttgarts als Ausstellungsstandort sollte in den folgenden
Jahrzehnten noch erheblich wachsen.
1933 | Der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter
1933 wurde der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter gegründet.
Damit bestanden in Stuttgart zwei eigenständige Kreisverbände:
· der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter
· der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter
Diese getrennte Struktur sollte mehr als sieben Jahrzehnte bestehen.
1934 | Die 31. Nationale Rassegeflügelschau
1934 wurde in Stuttgart die 31. Nationale Rassegeflügelschau durchgeführt.
Der Zweite Weltkrieg unterbrach anschließend für lange Zeit die Entwicklung des
organisierten Ausstellungsgeschehens.
1937 | Neue Kreiseinteilung
1937 kam es zu einer Neugliederung der politischen Kreise.
Auch die Organisation der Kreisverbände wurde dadurch beeinflusst.
Die Nachkriegsjahre brachten schließlich einen starken Aufschwung der
Kleintierzucht.
In den wirtschaftlich schwierigen Jahren war die Haltung von Hühnern, Kaninchen
und anderen Kleintieren für viele Familien auch ein wichtiger Beitrag zur
Selbstversorgung.
Der Kreisverband Geflügel bestand zwischen 1956 und 1959 aus 32 Ortsvereinen.
Stuttgart wird Großschauplatz der Kleintierzucht
Ab 1954 entwickelte sich der Killesberg zu einem bedeutenden Ausstellungsstandort.
Stuttgart wurde zum Schauplatz zahlreicher Landes-, Bundes- und Sonderschauen.
Im Laufe der Jahrzehnte fanden unter anderem statt:
· 8 Bundeskaninchenschauen
· 1 Europakaninchenschau
· 11 Landeskaninchenschauen
· 3 Nationale Rassegeflügelschauen
· 5 Deutsche Rassetaubenschauen
· rund 30 Landesgeflügelschauen
Hinzu kamen Landesrammlerschauen, Kreisverbands- und Kreisjugendschauen
sowie die Präsentation der Rassekaninchen- und Rassegeflügelzucht bei den
Landwirtschaftlichen Hauptfesten auf dem Cannstatter Wasen.
Diese Veranstaltungen waren niemals allein die Leistung eines einzelnen
Veranstalters.
Sie wurden von zahlreichen Mitgliedern der Stuttgarter Kreisverbände getragen.
Besonders die Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart, der Taubenzüchterverein Groß-
Stuttgart und Umgebung sowie zahlreiche weitere Ortsvereine leisteten dabei einen
erheblichen organisatorischen Beitrag.
1962 | 1993 – Walter Gehring prägt den Kreisverband Geflügel
Eine der prägendsten Persönlichkeiten der Stuttgarter Rassegeflügelzucht
war Walter Gehring.
Er übernahm 1962 den Vorsitz des Kreisverbandes Geflügel und führte diesen bis
1993 | insgesamt 31 Jahre.
Damit war er über drei Jahrzehnte eine der prägenden Persönlichkeiten des
Kreisverbandes.
Walter Gehring war darüber hinaus langjähriger Landesverbandsvorsitzender.
Er leitete zahlreiche Landesgeflügelschauen und organisierte viele Präsentationen
der Kleintierzucht beim Landwirtschaftlichen Hauptfest.
Besonders wertvoll war sein guter Kontakt zu Behörden und öffentlichen Stellen.
Damit verband er die praktische Vereinsarbeit mit der Interessenvertretung der
Züchter.
Auch seine Ehefrau Margarete Gehring unterstützte ihn während seiner langen
ehrenamtlichen Tätigkeit tatkräftig.
Die heutige Chronik bezeichnet Walter Gehring deshalb zu Recht als eine
herausragende Persönlichkeit unserer Kreisverbandsgeschichte.
Meilenstein:
31 Jahre Kreisverbandsvorsitz unter Walter Gehring.
1967 | Paul Doll und die Grundlage für Gemeinschaftszuchtanlagen
Ein besonders wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Kleintierzucht wurde
1967 eingeleitet.
Am 25. Oktober 1967 richtete der damalige Landtagsabgeordnete Paul Doll, der
später selbst Landesverbandsvorsitzender wurde, gemeinsam mit weiteren
Abgeordneten einen Antrag an den Landtag.
Ziel war, bei Flächennutzungs- und Bauleitplänen ausreichende Flächen für
Dauergemeinschaftsanlagen für Kleingärtner und Kleintierzüchter vorzusehen.
Paul Doll setzte sich darüber hinaus maßgeblich dafür ein, dass die Kleintierzucht die
Anerkennung als gemeinnützige Tätigkeit erhielt.
Damit wurde eine wichtige politische Grundlage für die weitere Entwicklung
geschaffen.
Meilenstein:
Politischer Einsatz für Flächen und Anerkennung der Kleintierzucht.
1968 | Die Geburtsstunde der Gemeinschaftszuchtanlagen
1968 folgte der gemeinsame Erlass des Innenministeriums und des Ministeriums für
Ernährung, Landwirtschaft, Weinbau und Forsten zur Berücksichtigung von
Gemeinschaftsanlagen.
Damit war die Grundlage für die Gemeinschaftszuchtanlagen geschaffen.
Die Bedeutung dieses Schrittes kann kaum überschätzt werden.
Viele Vereine erhielten dadurch langfristig die Möglichkeit, eigene Zuchtanlagen
aufzubauen.
1972 | 10617 Tiere auf dem Killesberg
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart
wurde eine Jubiläums-Landesgeflügelschau mit Deutscher Zwerghuhnschau
durchgeführt.
10617 Tiere wurden ausgestellt.
Die Veranstaltung dokumentierte eindrucksvoll die Bedeutung Stuttgarts als Zentrum
der Rassegeflügelzucht.
1974 | Staatliche Förderung für Zuchtanlagen
1974 stellte das Landwirtschaftsministerium erstmals staatliche Fördermittel für
Gemeinschaftszuchtanlagen der Landesverbände Württemberg und Baden zur
Verfügung.
Insgesamt wurden 450000 DM bereitgestellt.
Weitere Fördermittel folgten in den nächsten Jahren.
Dadurch konnten zahlreiche Stuttgarter Ortsvereine eigene Zuchtanlagen aufbauen.
Diese Anlagen sind bis heute ein wichtiger Bestandteil der Vereinsarbeit.
Karl Mayer – Züchter, Funktionär und Mitgestalter
Zu den herausragenden Persönlichkeiten der Rassegeflügelzucht gehörte Karl
Mayer.
Er war langjähriger Vorsitzender der Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart und
langjähriger Landesverbandsvorsitzender.
Er war außerdem Ausstellungsleiter bedeutender Nationaler Rassegeflügelschauen
und Mitinitiator beim Aufbau der Zuchtanlagen.
Damit gehörte Karl Mayer zu jener Generation, die die organisatorischen und
baulichen Grundlagen für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Stuttgarter
Rassegeflügelzucht geschaffen hat.
Werner Krauss – Organisation und Zuchtanlagen
Werner Krauss war seit 1966 Vereinsvorsitzender.
Er leitete zahlreiche Kreisverbandsschauen und war langjähriger
Landesverbandskassier.
Besonders hervorzuheben ist sein Engagement beim Aufbau der
Vereinszuchtanlage.
Damit steht sein Name beispielhaft für die praktische Arbeit, die hinter den
organisatorischen Erfolgen der Kreisverbände stand.
Robert Bock – Ausstellungen und Zuchtanlagen
Robert Bock war langjähriger Vereinsvorsitzender und Vorsitzender des
Taubenvereins Groß-Stuttgart.
Er war Ausstellungsleiter von zwei Deutschen Rassetaubenschauen und einer
Landesgeflügelschau.
Auch beim Aufbau einer Vereinszuchtanlage war er organisatorisch tätig.
Kurt Fischer – Funktionär, Autor und Preisrichter
Kurt Fischer war Landesverbandsvorsitzender, Vorsitzender des Vereins der
seltenen Hühnerrassen, anerkannter Rassegeflügelpreisrichter und Fachbuchautor.
Damit steht sein Name für die Verbindung von Vereinsführung, fachlicher Arbeit,
Preisrichtertätigkeit und schriftlicher Dokumentation.
1975 | Die Jugend wird zum festen Bestandteil
1975 fand in Stuttgart-Weilimdorf die erste gemeinsame Jugend-
Jungtiervergleichsschau der beiden Kreisverbände statt.
Damit wurde die Jugendförderung über die Grenzen der beiden damaligen
Kreisverbände hinweg sichtbar.
Der Grundgedanke gilt bis heute:
Ohne Jugend gibt es keine Zukunft.
1978 | Bundeskaninchenschau in Stuttgart
Der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter war Veranstalter der 13.
Bundeskaninchenschau.
25500 Kaninchen wurden ausgestellt.
Damit unterstrich Stuttgart erneut seine herausragende Bedeutung für die deutsche
Rassekaninchenzucht.
1979 | 100 Jahre Landesverband und Walter Gehring
Der Landesverband der Rassegeflügelzüchter wurde 100 Jahre alt.
Das Jubiläum wurde beim Landeszüchtertag in der Sängerhalle Untertürkheim
gefeiert.
Veranstalter war der Kreisverband Geflügel unter der Leitung von Walter Gehring.
Die anschließende Jubiläums-Landesgeflügelschau auf dem Killesberg wurde vom
15. bis 16. Dezember durchgeführt.
9670 Tiere wurden ausgestellt.
Meilenstein:
Eine der großen Veranstaltungen, bei denen Walter Gehring die organisatorische
Verantwortung für den Kreisverband übernahm.
1987 | 37000 Kaninchen
Bei der 18. Bundeskaninchenschau wurde mit 37000 Kaninchen ein bis heute
dokumentierter Höchststand erreicht.
Diese Zahl steht beispielhaft für die Größenordnung, die das Ausstellungsgeschehen
in Stuttgart damals erreichen konnte.
1990/1991 | Mitgliederhöchststände
1990 erreichte der Kreisverband Geflügel mit 1344 Mitgliedern und 147 Jugendlichen
in 26 Ortsvereinen einen Höchststand.
1991 erreichte der Kreisverband der Rassekaninchenzüchter mit 1089 Mitgliedern in
21 Ortsvereinen ebenfalls seinen historischen Höchststand.
Diese Zahlen zeigen, welche Stärke die organisierte Kleintierzucht in Stuttgart
damals besaß.
Die Kreisvorsitzenden bis 2005
Die Geschichte wurde von vielen Vorsitzenden getragen.
Kreisverband Rassekaninchen
· Hermann Keller
· Fritz K. Welz
· Anton Heßlinger – 1973–1978
· Horst Carle – 1978–1996
· Joachim Oehler – 1996–2005
Kreisverband Rassegeflügel
· Anton Rieger
· Alfred Blessing
· Josef Unsöld – 1956–1962
· Walter Gehring – 1962–1993
· Eberhard Ebinger – 1993–1995
· Friedrich Mödinger – 1995–2001
· Steffen Gottschlich – 2002–2005
Diese Namen dokumentieren zugleich, dass die heutige gemeinsame Struktur auf
einer langen und personell breit getragenen Verbandsgeschichte aufbaut.
Walter Kölz und Manfred Rommel – Stuttgarter Persönlichkeiten mit
bundesweiter Bedeutung
Aus dem Bereich der Rassekaninchenzucht gingen mit Walter Kölz und Manfred
Rommel zwei Persönlichkeiten hervor, die weit über Stuttgart hinaus Bedeutung
erlangten.
Walter Kölz war Spitzenzüchter, Europameister und viele Jahre
Landesverbandsvorsitzender.
Anschließend wurde er Präsident des ZDRK.
Auch Manfred Rommel war erfolgreicher Spitzenzüchter, langjähriger
Landesverbandsvorsitzender und Ausstellungsleiter großer Schauen.
Beide wurden bereits mit 33 Jahren als einzige Deutsche vom französischen
Landwirtschaftsministerium mit dem Mérite Agricole ausgezeichnet.
2002 | Satzung des Kreisverbandes Geflügel
2002 wurde die Satzung des Kreisverbandes Geflügel zur Verabschiedung gebracht.
Damit wurde eine weitere Grundlage für die spätere organisatorische Entwicklung
geschaffen.
2004 | Erste gemeinsame Kreisschau
Zum 100-jährigen Bestehen des KLZV Gerlingen wurde die erste gemeinsame
Kreisschau für Geflügel und Kaninchen durchgeführt.
750 Tiere wurden gemeldet.
Diese gemeinsame Veranstaltung zeigte bereits vor dem späteren
Zusammenschluss, dass eine Zusammenarbeit beider Sparten sinnvoll und
erfolgreich möglich war.
Symbolbild: Vereinsleben und Kleintierzucht im Wandel.
Killesberg | Stuttgart als Großschauplatz der Kleintierzucht
Über Jahrzehnte war das Messegelände auf dem Killesberg ein zentraler Schauplatz großer Geflügel- und Kaninchenausstellungen. Die folgenden Stationen zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung Stuttgart im deutschen und europäischen Ausstellungsgeschehen erreichte.
1954 Der Killesberg gewinnt für große Ausstellungen der Geflügelzucht an Bedeutung.
1956 Bundes-Kaninchenschau in Stuttgart mit rund 5.400 Tieren und etwa 20.000 Besuchern. Die Schau galt damals als weltgrößte Kaninchenausstellung.
1961 Deutsche Zwerghuhnschau. Ein wichtiger Baustein der Stuttgarter Zwerghuhn- und Ausstellungsgeschichte.
1962 5. Bundes-Kaninchenschau in den Killesberg-Hallen: 12.500 Tiere von 2.700 Züchtern und rund 30.000 Besucher.
1966 Bundes-Kaninchenschau in Stuttgart mit 14.144 gemeldeten Tieren, in der Verbandschronik als Schau der Superlative beschrieben.
1970 Erste europäische Kaninchenschau in Stuttgart: 4.250 Aussteller, darunter 750 aus den umliegenden Ländern, und 20.161 Ausstellungsnummern einschließlich 282 Erzeugnissen.
1978 13. Bundes-Kaninchenschau auf dem Killesberg mit 23.374 Tieren und 450 Erzeugnissen.
1982 15. Bundes-Kaninchenschau: 4.400 Aussteller meldeten 25.500 Kaninchen und 500 Erzeugnisse. Die Messehallen waren vollständig ausgelastet.
1987 Historischer Rekord: 36.120 Kaninchen bei der Bundes-Kaninchenschau. Der Killesberg war zeitweise für weitere Besucher geschlossen.
1990 Die großen Stuttgarter Geflügel- und Kaninchenschauen standen in einer Zeit, in der die RHD-Problematik das Ausstellungswesen stark beschäftigte.
1994 75. Landesgeflügelschau in Stuttgart.
1995 22. Bundes-Kaninchenschau in Stuttgart mit rund 30.000 Kaninchen und 300 Erzeugnissen. Stuttgart war erneut Mittelpunkt des ZDK-Geschehens.
2003 Mit der großen Bundes-Kaninchenschau endete eine lange historische Serie bedeutender Bundesschauen auf dem Killesberg; überliefert sind 23.951 Tiere.
Würdigung: Die Killesberg-Schauen machten Stuttgart über Jahrzehnte zu einem herausragenden Treffpunkt der organisierten Kleintierzucht. Historische Originalbilder sollen nach Klärung der Bildrechte später an dieser Stelle ergänzt werden.
2005 | Der große Zusammenschluss
Das Jahr 2005 ist einer der wichtigsten Meilensteine der jüngeren Geschichte.
Nach längeren Überlegungen und Beratungen wurde bei der
Jahreshauptversammlung am 25. Februar 2005 im Vereinsheim des KLZV
Weilimdorf der Zusammenschluss der beiden bisherigen Kreisverbände vollzogen.
Zum ersten Vorsitzenden des neuen gemeinsamen Kreisverbandes wurde Joachim
Oehler gewählt.
Zum zweiten Vorsitzenden wurde Steffen Gottschlich gewählt.
Damit entstand der heutige
Kreisverband der Rassegeflügelzüchter und Rassekaninchenzüchter Stuttgart
e.V.
Der neue Kreisverband startete mit:
· 23 Vereinen
· 932 Mitgliedern
· 5 Frauengruppen
· 85 Jugendlichen
Der Zusammenschluss war nicht nur eine organisatorische Veränderung.
Er war eine strategische Entscheidung.
Die Kräfte der beiden Sparten wurden gebündelt und die Interessen der
Rassegeflügel- und Rassekaninchenzüchter konnten künftig gemeinsam vertreten
werden.
Joachim Oehler und Steffen Gottschlich stehen deshalb gemeinsam mit den
damaligen Vorständen und Ausschussmitgliedern für einen der wichtigsten
organisatorischen Schritte der Verbandsgeschichte.
2005 | Walter Hermann beendet seine historische Chronik
Der historische Teil der Chronik endet mit den Betrachtungen von Walter Hermann.
Sein abschließender Blick auf das Jahr 2005 war zugleich ein Blick in die Zukunft.
Er verwies auf die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen, insbesondere die
Vogelgrippe und die damit verbundenen Auflagen.
Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Kleintierzucht als Ausgleich zu einer immer
stärker technisierten Welt.
Seine Gedanken sind auch heute noch bemerkenswert aktuell.
Die Kleintierzucht bewahrt Rassenvielfalt, vermittelt Verantwortung, schafft
Gemeinschaft und verbindet Menschen mit Natur und Tier.
2009 | Der Kreisverband geht ins Internet
Nur wenige Jahre nach dem Zusammenschluss begann ein weiterer grundlegender
Entwicklungsschritt.
Der Kreisverband wurde digital sichtbar.
Ein zeitgenössischer Eintrag vom 9. Juni 2010 belegt, dass der Kreisverband zu
diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als einem Jahr als „virtueller Treffpunkt“ bestand.
Damit ist der Beginn der digitalen Präsenz spätestens auf 2009 zu datieren.
Besonders bemerkenswert:
Es handelte sich nicht nur um eine einfache Homepage.
Bereits damals gab es
· einen Internetauftritt,
· ein eigenes Forum,
· einen Nachrichtenticker,
· aktuelle Informationen zur Kleintierzucht
· und sogar die Möglichkeit, den Ticker in andere Vereinswebseiten
einzubinden.
Die digitale Öffentlichkeitsarbeit war damit von Beginn an interaktiv gedacht.
Rainer Salzer, damals Referent für Öffentlichkeitsarbeit, war maßgeblich an dieser
Entwicklung beteiligt.
Er stellte den Kreisverband damit frühzeitig im Internet auf und schuf eine digitale
Plattform, die über den Kreisverband hinaus genutzt werden konnte.
Meilenstein:
Beginn der digitalen Geschichte des Kreisverbandes.
2010 | Öffentlichkeitsarbeit wird digital
2010 wurde die digitale Präsenz weitergeführt und ausgebaut.
Die Homepage wurde zu einem Instrument der Öffentlichkeitsarbeit.
Termine, Veranstaltungen, Informationen und Ergebnisse konnten unabhängig von
Rundschreiben und Fachpresse veröffentlicht werden.
Das Internet wurde damit erstmals zu einem festen Bestandteil der Außendarstellung
des Kreisverbandes.
Rainer Salzer trieb diese Entwicklung als Referent für Öffentlichkeitsarbeit
maßgeblich voran.
Rückblickend war dieser Schritt von großer Bedeutung.
Was damals als Homepage begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu
einem dauerhaften Bestandteil der Verbandskommunikation.
2011 | Der Süddeutsche Zwerghuhnzüchterclub
Eine besondere Rolle in der Stuttgarter Rassegeflügelzucht nimmt der Süddeutsche
Zwerghuhnzüchterclub ein.
Der Club wurde bereits 1911 gegründet und hat seinen Sitz in Stuttgart.
Er ist organisatorisch eigenständig und kein Bestandteil des Kreisverbandes.
Aufgrund seiner langen Geschichte und seiner engen Verbindung zur Stuttgarter
Züchterschaft gehört er jedoch zum Gesamtbild der Rassegeflügelzucht in Stuttgart.
Tierbesprechungen, Stammschauen, Clubschauen und die Förderung junger Züchter
tragen dazu bei, Fachwissen und Rassen zu erhalten.
2011 | Kaninhop wird Teil der Stuttgarter Kleintierzucht
Im Januar 2011 gründete Rainer Salzer die Kaninhop-Gruppe des Kreisverbandes Stuttgart. Trainiert wurde auf dem Gelände des Kleintierzüchtervereins Stuttgart-Weilimdorf. Als Kaninhop-Beauftragte wird Deborah Zieher genannt.
Die Gruppe entwickelte sich zu einem neuen gemeinschaftlichen Angebot innerhalb der Stuttgarter Kleintierzucht. Schon in der Anfangszeit wurde auch ein Fernsehteam auf die Gruppe aufmerksam und begleitete ein Training auf dem Vereinsgelände.
Im November 2011 nahm die Gruppe bei der Stuttgarter Heimtiermesse Animal erstmals gemeinsam an einem Turnier teil.
Meilenstein: Mit der Kaninhop-Gruppe erhielt die Arbeit mit Kaninchen im Kreisverband 2011 einen neuen, öffentlichkeitswirksamen und gemeinschaftlichen Baustein.
2012 | 2015 – Zucht, Gemeinschaft und Öffentlichkeitsarbeit
Die folgenden Jahre waren von kontinuierlicher Vereins- und Verbandsarbeit
geprägt.
Tierbesprechungen, Jungtierschauen und Ausstellungen blieben wichtige
Treffpunkte.
Gleichzeitig wurde die Jugendförderung weiterentwickelt.
Neben der eigentlichen Zucht wurde zunehmend deutlich, dass auch die
Öffentlichkeitsarbeit an Bedeutung gewinnt.
Die Vereine mussten ihre Arbeit nach außen zeigen und neue Menschen für die
Kleintierzucht interessieren.
Das Internet bot hierfür Möglichkeiten, die mit den klassischen Rundschreiben nicht
erreichbar waren.
2016 | Die Kreisjungtierschau als Schaufenster
Die Kreisjungtierschau in Stuttgart-Neuwirtshaus zeigte, wie Zucht und
Öffentlichkeitsarbeit miteinander verbunden werden können.
Mit Schaubrüter und Wachtelkükenschlupf wurde die Kleintierzucht auch für Kinder
und Familien erlebbar gemacht.
Solche Veranstaltungen machten deutlich:
Der Kreisverband ist nicht nur eine organisatorische Zwischenebene.
Er ist eine Plattform, auf der sich Vereine, Züchter, Jugend und Öffentlichkeit
begegnen können.
2017 | 2019 – Die Jugend übernimmt Verantwortung
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für erfolgreiche Jugendarbeit ist Chris
Rösch.
2018 wurde er mit seinen weißen Zwerg-Seidenhühnern Württembergischer
Jugendmeister.
2019 folgten Württembergischer Jugendmeister, Süddeutscher Meister und
Deutscher Jugendmeister.
Die Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil Chris Rösch bereits auf Kreis-
und Landesebene erfolgreich war, bevor der Sprung zur deutschen Spitze gelang.
Damit wurde sichtbar, was kontinuierliche Jugendarbeit und fachliche Betreuung
erreichen können.
Hinter einem solchen Erfolg stehen allerdings nicht nur der junge Züchter selbst,
sondern auch Eltern, Betreuer, Vereinsmitglieder und erfahrene Züchter, die Wissen
und Erfahrung weitergeben.
Neuere Entwicklung | Kanin-Hop in Fellbach-Oeffingen
Die Kanin-Hop-Arbeit entwickelte sich auch außerhalb Stuttgarts weiter. Der Kleintierzuchtverein Z303 Fellbach-Oeffingen unterhält eine eigene Kanin-Hop-Abteilung. 2023 war Fellbach-Oeffingen Austragungsort der 6. Kanin-Hop-Meisterschaft mit rund 20 Teilnehmern aus Württemberg-Hohenzollern, Baden und Hessen sowie rund 200 Starts an zwei Tagen.
Auch 2026 ist Fellbach-Oeffingen ein regelmäßig genannter Turnierstandort. Damit steht die dortige Gruppe für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Kanin-Hops in der Region. Belastbare öffentlich zugängliche Belege für konkrete Meistertitel einzelner Mitglieder der Fellbacher Gruppe wurden in der Recherche nicht gefunden; deshalb werden in dieser Chronik keine nicht belegten Einzelerfolge genannt.
2020 | Corona macht Digitalisierung unverzichtbar
Die Corona-Pandemie veränderte das Vereinsleben grundlegend.
Versammlungen, Tierbesprechungen, Ausstellungen und gesellschaftliche
Veranstaltungen konnten teilweise nicht stattfinden.
Gerade für eine Gemeinschaft, deren Stärke in der persönlichen Begegnung liegt,
war dies eine große Herausforderung.
Gleichzeitig zeigte sich der Wert der bereits Jahre zuvor begonnenen Digitalisierung.
Homepage, E-Mail und digitale Kommunikation wurden zu wichtigen Möglichkeiten,
Informationen weiterzugeben und den Kontakt aufrechtzuerhalten.
Damit wurde sichtbar:
Die Digitalisierung war nicht mehr nur moderne Öffentlichkeitsarbeit – sie
wurde zur praktischen Notwendigkeit.
2021 | Corona, Vogelgrippe und überregionale Verantwortung
Auch 2021 blieb die Lage schwierig.
Neben Corona stellte insbesondere die Vogelgrippe die Geflügelzüchter vor
erhebliche Herausforderungen.
Trotzdem wurden überregionale Veranstaltungen vorbereitet.
Bei der gemeinsamen Landesschau der Landesverbände Baden und Württemberg-
Hohenzollern in Ulm war Rainer Salzer für den Bereich der Einladungen
verantwortlich.
Damit zeigte sich erneut, dass sich Mitglieder aus dem Stuttgarter Kreisverband auch
über die eigenen Vereinsgrenzen hinaus organisatorisch engagieren.
2022 | Neustart und Anerkennung
2022 konnte das Vereins- und Ausstellungsgeschehen zunehmend wieder
aufgenommen werden.
Ein besonderer Höhepunkt war die VZV-Bundestagung in Baden-Württemberg, die
vom Süddeutschen Zwerghuhnzüchterclub organisiert wurde.
Damit zeigte der Stuttgarter Club erneut seine überregionale Bedeutung.
Im gleichen Jahr wurde Rainer Salzer beim Landeszüchtertag in Untermünkheim mit
der Goldenen Bundesehrennadelausgezeichnet.
Damit wurde sein langjähriges ehrenamtliches Engagement gewürdigt.
2023 | Die Stuttgarter Züchter kehren zurück
Nach den schwierigen Jahren mit Corona und Vogelgrippe kehrte das
Ausstellungsgeschehen zunehmend zurück.
Auch die Stuttgarter Züchter konnten wieder an ihre erfolgreichen Jahre anknüpfen.
Besonders die Jugend machte erneut auf sich aufmerksam.
Chris Rösch wurde Württembergischer Jugendmeister und mit seinen weißen
Zwerg-Seidenhühnern Süddeutscher Meister.
Hinzu kamen Bundesjugendmedaillen und weitere Ehrenbänder.
Damit setzte sich eine Entwicklung fort, die Jahre zuvor mit konsequenter
Jugendarbeit begonnen hatte.
2024 | Jugend als Erfolgsfaktor
2024 setzte sich diese Entwicklung fort.
Chris Rösch wurde erneut Deutscher Jugendmeister.
Bei der Süddeutschen Junggeflügelschau errang er zum dritten Mal in Folge den
Titel des Süddeutschen Meisters.
Zudem konnte er seinen fünften Württembergischen Jugendmeistertitel feiern.
Diese Erfolge sind mehr als eine Sammlung von Titeln.
Sie sind ein Beispiel dafür, dass langfristige Jugendarbeit eine nachhaltige Wirkung
entfalten kann.
2025 | Erfolgreiche Kaninchenzucht und Kreisjungtierschau
Die Kreisverbandsjungtierschau am 6. und 7. September 2025 in Fellbach-Schmiden
zeigte erneut die gesamte Bandbreite der Stuttgarter Kleintierzucht.
Kaninchen, Hühner, Zwerghühner und Tauben wurden präsentiert.
Ein herausragender Name der jüngeren Kaninchenzucht ist Stefan Töpper.
Mit seinen Zwergwiddern thüringerfarbig erreichte er bei einer
Bundeskaninchenschau 389,5 Punkte und erhielt dafür die Goldene Plakette des
Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
Bei der folgenden Bundeskaninchenschau bestätigte er seine züchterische Qualität
erneut mit 388,5 Punkten.
Damit steht sein Name beispielhaft für die hohe Qualität der Kaninchenzucht im
Kreisverbandsumfeld.
Lucia Wild – HuK als Bestandteil der Verbandsgeschichte
Die Geschichte des Kreisverbandes besteht nicht nur aus der Zucht und Ausstellung
lebender Tiere.
Ein wichtiger Bestandteil der Kaninchenzucht sind die Handarbeits- und
Kreativgruppen.
Lucia Wild hat sich hier über viele Jahre engagiert.
Sie verbindet züchterische und organisatorische Arbeit und übernimmt auch auf
Landesebene Verantwortung für die HuK-Arbeit.
Damit steht ihr Name für einen Bereich, der die Kaninchenzucht um handwerkliche,
kreative und kulturelle Aspekte erweitert.
Symbolbild: Tradition und digitale Zukunft der Verbandsarbeit.
2026 | Die gemeinsame Kleintierschau in Offenburg
Am 10. und 11. Januar 2026 fand in Offenburg die 1. Gemeinsame Kleintierschau
der Landesverbände Baden und Württemberg-Hohenzollern statt.
Für die Stuttgarter Züchter wurde diese Veranstaltung zu einem besonderen Erfolg.
Stefan Töpper
Stefan Töpper errang mit seinen Zwergwiddern zwei Baden-Württembergische
Meistertitel:
· Zwergwidder marderfarbig braun – 384,0 Punkte
· Zwergwidder siamesenfarbig gelb – 383,0 Punkte
Zusätzlich stellte er bei den Zwergwiddern thüringerfarbig ein Siegertier mit 97,5
Punkten.
Lucia Wild
Auch Lucia Wild wurde Baden-Württembergische Meisterin.
Mit 194,5 Punkten erreichte sie die Bestleistung in ihrer Kategorie.
Eine Einzelbewertung von 97,0 Punkten führte zum Meistertitel.
Rainer Salzer
Auch die Geflügelzüchter waren erfolgreich.
Besonders hervorzuheben ist Rainer Salzer mit seinen Deutschen Zwerg-
Wyandotten weiß.
Er erreichte die Höchstnote „vorzüglich“ mit 97 Punkten und erhielt dafür
ein Schwabenband.
Zusätzlich erhielt seine Zucht einen Leistungspreis des BDRG.
Damit verbinden sich bei Rainer Salzer züchterische Erfolge mit einem langjährigen
Engagement für die Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterentwicklung der digitalen
Verbandsarbeit.
Weitere erfolgreiche Geflügelzüchter
Auch Alexander Baur, Helmuth Meltzer, Alexander Eigner, Günther Schreiber,
Thomas Angstenberger und Marco Campo konnten mit ihren Tieren bedeutende
Auszeichnungen erreichen.
Damit wurde deutlich:
Die Erfolge des Jahres 2026 sind keine Einzelleistung.
Sie stehen für die Leistungsfähigkeit der gesamten Stuttgarter Züchterschaft.
2026 | Die nächste Stufe der Digitalisierung
2026 steht zugleich für einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt.
Die digitale Öffentlichkeitsarbeit des Kreisverbandes wird neu strukturiert und
weiterentwickelt.
Aus der früheren Homepage soll eine moderne gemeinsame Plattform für den
Kreisverband und seine Ortsvereine entstehen.
Ziel ist es, Informationen zentral verfügbar zu machen und gleichzeitig die einzelnen
Vereine stärker sichtbar zu machen.
Dazu gehören unter anderem:
· aktuelle Vereinsinformationen
· Ansprechpartner
· Termine
· Berichte
· Ausstellungsergebnisse
· Informationen zur Jugend
· Informationen zu HuK und Kaninhop
· Hinweise auf Zuchtanlagen
· gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit
· digitale Kommunikation zwischen Kreisverband und Ortsvereinen
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, die persönliche Vereinsarbeit durch Technik
zu ersetzen.
Die Digitalisierung soll die Vereinsarbeit unterstützen.
Gerade kleinere Vereine sollen die Möglichkeit erhalten, auch ohne umfangreiche
eigene technische Infrastruktur im Internet präsent zu sein.
Damit setzt der Kreisverband eine Entwicklung fort, die spätestens 2009 mit der
ersten digitalen Präsenz begonnen hat.
Von Homepage und Forum über Nachrichtenticker und klassische
Internetseiten bis zur heutigen digitalen Verbandsplattform.
Das ist ein bemerkenswerter Entwicklungsweg.
Die Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit
Die Geschichte der digitalen Öffentlichkeitsarbeit lässt sich heute in mehreren
Etappen nachvollziehen:
1. Phase – Erste digitale Präsenz
spätestens 2009
Aufbau einer Internetpräsenz, Forum und Nachrichtenticker.
Maßgeblich beteiligt:
Rainer Salzer
2. Phase – Homepage als Informationsplattform
ab 2010
Veröffentlichung von Terminen, Berichten und Informationen.
Das Internet wird Bestandteil der regulären Öffentlichkeitsarbeit.
3. Phase – Digitale Kommunikation wird selbstverständlich
2010er-Jahre
Die Homepage wird zunehmend zu einem dauerhaften Informationskanal.
4. Phase – Digitalisierung als Notwendigkeit
2020/2021
Corona und Vogelgrippe zeigen, wie wichtig schnelle digitale Kommunikation
geworden ist.
5. Phase – Digitale Verbandsarbeit
2026
Der Kreisverband entwickelt seine Internetpräsenz zu einer gemeinsamen Plattform
für Kreisverband und Ortsvereine weiter.
Damit verändert sich die Aufgabe grundlegend:
Aus einer Homepage wird ein Werkzeug für die Verbandsarbeit.
Die Menschen hinter der Entwicklung
Eine Chronik darf nicht den Eindruck erwecken, dass Geschichte ausschließlich aus
Veranstaltungen und Zahlen besteht.
Hinter jedem Meilenstein standen Menschen.
Besonders prägende Persönlichkeiten der älteren Geschichte
Karl Mayer
Langjähriger Vorsitzender der Geflügel- und Vogelfreunde Stuttgart,
Landesverbandsvorsitzender, Ausstellungsleiter großer Schauen und Mitinitiator
beim Aufbau von Zuchtanlagen.
Walter Gehring
31 Jahre Kreisverbandsvorsitzender Geflügel, langjähriger
Landesverbandsvorsitzender, Ausstellungsleiter zahlreicher Landesgeflügelschauen
und Organisator von Präsentationen beim Landwirtschaftlichen Hauptfest.
Margarete Gehring
Unterstützte Walter Gehring während seiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit
maßgeblich.
Werner Krauss
Langjähriger Vereinsvorsitzender, Ausstellungsleiter zahlreicher
Kreisverbandsschauen und Mitorganisator beim Aufbau einer Vereinszuchtanlage.
Robert Bock
Langjähriger Vereins- und Taubenzüchtervereinsvorsitzender sowie
Ausstellungsleiter großer Schauen und Mitorganisator beim Aufbau einer
Zuchtanlage.
Kurt Fischer
Landesverbandsvorsitzender, Fachbuchautor und anerkannter
Rassegeflügelpreisrichter.
Walter Kölz
Europameister, langjähriger Landesverbandsvorsitzender und später Präsident des
ZDRK.
Manfred Rommel
Spitzenzüchter, Landesverbandsvorsitzender und Ausstellungsleiter großer
Schauen.
Else Vetter
Über viele Jahre Frauengruppenleiterin und eine prägende Persönlichkeit des
Kreisverbandes der Kaninchenzüchter.
Höchste Bundesauszeichnungen
Der Kreisverband Stuttgart kann auf eine bemerkenswerte Tradition höchster Auszeichnungen auf Bundesebene zurückblicken. Nach derzeit belegbarer Quellenlage wurde Friedrich Kurz aus Stuttgart-Zuffenhausen zum Bundesehrenmeister des BDRG ernannt. Im Bereich der Rassekaninchenzucht wurden Heinz Hübner aus Stuttgart-Möhringen und Manfred Rommel aus Stuttgart-Steinhaldenfeld zu Ehrenmeistern der Deutschen Rassekaninchenzucht im ZDRK ernannt. Heinz Hübner verstarb 2020. Manfred Rommel ist weiterhin Ehrenmitglied des ZDRK-Präsidiums.
Die Menschen des Zusammenschlusses
Der Zusammenschluss von 2005 ist insbesondere mit zwei Namen verbunden:
Joachim Oehler
Er war von 1996 bis 2005 Vorsitzender des Kreisverbandes der
Rassekaninchenzüchter und wurde anschließend erster Vorsitzender des neu
gegründeten gemeinsamen Kreisverbandes.
Steffen Gottschlich
Er war von 2002 bis 2005 Vorsitzender des Kreisverbandes Geflügel und wurde
2005 zum zweiten Vorsitzenden des neuen gemeinsamen Kreisverbandes gewählt.
Beide standen damit an einer entscheidenden Schnittstelle der Verbandsgeschichte.
Die Menschen der jüngeren Entwicklung
Auch die jüngere Geschichte wird durch engagierte Persönlichkeiten geprägt.
Rainer Salzer
Maßgeblich am frühen Aufbau der digitalen Präsenz des Kreisverbandes beteiligt;
später weiterhin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Digitalisierung engagiert. Zudem
erfolgreicher Geflügelzüchter und 2022 Träger der Goldenen Bundesehrennadel.
Chris Rösch
Beispiel für erfolgreiche Jugendförderung und herausragender Nachwuchszüchter
mit Erfolgen auf württembergischer, süddeutscher und deutscher Ebene.
Stefan Töpper
Herausragender Kaninchenzüchter mit Erfolgen auf Bundes- und Landesebene.
Lucia Wild
Engagierte Vertreterin der Handarbeits- und Kreativgruppen und Baden-
Württembergische Meisterin 2026.
Daneben stehen zahlreiche weitere Züchterinnen und Züchter, Vereinsvorstände,
Jugendleiter, Preisrichter, Ausstellungsleiter und Helfer.
Sie alle sind Teil dieser Geschichte.
Was diese Geschichte zeigt
Betrachtet man die Entwicklung über mehr als 150 Jahre, wird deutlich, dass sich die
Rahmenbedingungen immer wieder verändert haben.
Die Kleintierzucht musste sich an neue gesellschaftliche, wirtschaftliche und
politische Bedingungen anpassen.
Nachkriegszeit.
Gemeinschaftszuchtanlagen.
Großschauen.
Zusammenschluss der Kreisverbände.
Vogelgrippe.
Corona.
Nachwuchsmangel.
Veränderte Anforderungen an Tierhaltung und Tierschutz.
Und schließlich die Digitalisierung.
Trotz aller Veränderungen blieb eines konstant:
Die Menschen, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen.
Tradition bewahren – Zukunft gestalten
Die Geschichte des Kreisverbandes ist deshalb nicht nur eine Rückschau.
Sie ist auch eine Verpflichtung.
Die Generationen vor uns haben Vereine gegründet, Ausstellungen organisiert,
Zuchtanlagen aufgebaut, Jugendliche gefördert und Verbandsstrukturen geschaffen.
Andere haben später den Zusammenschluss der beiden Kreisverbände vollzogen.
Wieder andere haben den Schritt ins Internet gewagt.
Und heute stehen wir vor der Aufgabe, die Vereins- und Verbandsarbeit unter
veränderten Bedingungen zukunftsfähig zu machen.
Dabei gilt:
Tradition darf nicht Stillstand bedeuten.
Die Geschichte unseres Kreisverbandes zeigt vielmehr, dass Weiterentwicklung
immer Teil unserer Gemeinschaft war.
Vom Groß-Stuttgartgau zum Kreisverband.
Von zwei Kreisverbänden zum gemeinsamen Kreisverband.
Von der Ausstellungshalle zur modernen Vereinsarbeit.
Von Rundschreiben und Vereinsnachrichten zur Homepage.
Von der Homepage zum digitalen Informationsangebot.
Und heute von der einzelnen Homepage zur gemeinsamen digitalen
Verbandsplattform.
Ein Blick zurück – und nach vorn
Wenn in einigen Jahren auf diese Chronik zurückgeblickt wird, soll nachvollziehbar
sein, wie die Entwicklung tatsächlich verlaufen ist.
Welche Entscheidungen getroffen wurden.
Welche Menschen Verantwortung übernommen haben.
Welche Vereine mitgetragen haben.
Welche Züchter Erfolge erzielt haben.
Welche Herausforderungen bewältigt werden mussten.
Und welche neuen Wege eingeschlagen wurden.
Denn eine Chronik ist mehr als eine Sammlung von Jahreszahlen.
Sie ist das Gedächtnis eines Verbandes.
Deshalb sollen auch diejenigen nicht vergessen werden, deren Arbeit nie auf einem
Siegerfoto zu sehen war:
Die Helfer beim Käfigaufbau.
Die Jugendleiter.
Die Schriftführer.
Die Kassierer.
Die Ausstellungsleiter.
Die Preisrichter.
Die Zuchtwarte.
Diejenigen, die Tiere versorgt und Jungtiere aufgezogen haben.
Diejenigen, die Vereinsheime und Zuchtanlagen erhalten haben.
Diejenigen, die Berichte geschrieben, Einladungen verschickt und Veranstaltungen
vorbereitet haben.
Und diejenigen, die im Hintergrund dafür gesorgt haben, dass Vereins- und
Verbandsarbeit überhaupt funktionieren konnte.
Schlusswort
Der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter und Rassekaninchenzüchter Stuttgart
blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück.
Von den Anfängen der organisierten Geflügelzucht im Jahr 1872 über die Gründung
des Groß-Stuttgartgaus 1907, die Entstehung des Kreisverbandes der
Rassekaninchenzüchter 1933, die großen Ausstellungen auf dem Killesberg, den
Aufbau der Gemeinschaftszuchtanlagen, den Zusammenschluss der beiden
Kreisverbände 2005 bis hin zur heutigen digitalen Weiterentwicklung zieht sich ein
roter Faden:
Menschen übernehmen Verantwortung und entwickeln die Gemeinschaft
weiter.
Viele Namen sind mit dieser Geschichte verbunden.
Einige wurden bereits genannt.
Viele weitere gehören ebenso dazu.
Ihnen allen gilt unser Dank.
Die Aufgabe der heutigen Generation ist es, diese Geschichte nicht nur zu
bewahren, sondern fortzuschreiben.
Mit der gleichen Begeisterung für die Tiere.
Mit dem gleichen Verantwortungsbewusstsein.
Mit der gleichen Bereitschaft zum Ehrenamt.
Aber auch mit der Offenheit für neue Wege.
Denn die Geschichte des Kreisverbandes Stuttgart zeigt:
Tradition verpflichtet – Entwicklung ermöglicht Zukunft.
Die Kleintierzucht in Stuttgart hat eine große Vergangenheit.
Und sie verdient eine ebenso gute Zukunft.
Über Stuttgart hinaus | Verantwortung in Landes- und Bundesverbänden
Die Bedeutung des Kreisverbandes Stuttgart zeigte sich nicht nur in Ausstellungen und örtlicher Vereinsarbeit. Persönlichkeiten aus dem Stuttgarter Umfeld übernahmen auch Verantwortung auf Landes- und Bundesebene sowie in Sondervereinen.
Manfred Rommel war 24 Jahre Schatzmeister des Zentralverbandes Deutscher Rassekaninchenzüchter (ZDRK). 2023 schied er aus diesem Amt aus und wurde zum Ehrenmitglied des ZDRK-Präsidiums ernannt.
Rainer Salzer war von 2018 bis 2024 Schriftführer im Landesverband der Rassegeflügelzüchter. Darüber hinaus war er von 2015 bis Oktober 2021 Geschäftsführer des Sondervereins zur Förderung und Erhaltung der weißen Deutschen Zwerg-Wyandotten.
Würdigung: Diese Tätigkeiten zeigen, dass Stuttgarter Züchter und Funktionäre ihre Erfahrung über den Kreisverband hinaus in die organisierte Kleintierzucht eingebracht haben.
Autoren, Quellen und zukünftige Ergänzungen
Erste Fassung der Chronik (2005): Walter Hermann. Fortschreibung der Jahre 2005-2026: Rainer Salzer.
Kaninhop 2011: zeitgenössischer Bericht zur Kaninhop-Gruppe Stuttgart-Weilimdorf sowie historische Internetdokumentation des Kreisverbandes und persönliche Züchterdokumentation von Rainer Salzer.
Die Chronik bleibt bewusst offen für weitere Originalfotos, Dokumente, Ausstellungskataloge und Erinnerungen aus den Ortsvereinen. So kann sie auch künftig fortgeschrieben werden.
Ergänzende Quellen zur Killesberg-Chronologie: Chronik des Zentralverbandes Deutscher Kaninchenzüchter (ZDK), insbesondere die dokumentierten Bundesschauen 1956, 1962, 1966, 1978, 1982, 1987 und 1995 sowie die Europäische Kaninchenschau 1970. Ergänzende Angaben zu Geflügelschauen und 2003 stammen aus der vorliegenden Chronikgrundlage und werden bei weiteren Archivfunden fortlaufend präzisiert.
Neuere Kanin-Hop-Entwicklung: Landesverband der Kaninchenzüchter Württemberg und Hohenzollern e.V., Dokumentation der 6. Kanin-Hop-Meisterschaft 2023 in Fellbach-Oeffingen sowie aktuelle Kanin-Hop-Termine 2026.